Abbitte

„Und dann sitzt ihm plötzlich der Schalk im Nacken, als wär’s ein Rettungsring. Naja, der Übermut treibt ihn schon bald wieder in den Keller. Dann schreibt er wie vernebelt so kryptische Sachen. Ehrlich zwar, aber scheiße. So geht das immer wieder. Rissige Type. Kannste in die Tonne treten.“
(S. über E.)


„Siehste, er tut’s schon wieder.“

22 Gedanken zu „Abbitte

  1. Irgendwie erwacht in mir hier ein Bild, als führe jemand, nichts Böses ahnend, in einen Kreisverkehr – und kaum ist er drin, lässt sich keine Ausfahrt mehr erkennen. Die Musik bekommt zwar einen tänzerischen Charakter. Es geht rund – aber es läuft nicht rund. Die Reise steckt im Kreise fest (im Deutschen sogar buchstäblich). Finden sich die Fragmente „aus“ und „weg“ zum „Ausweg?“ Das ist die Frage…

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  2. Trauriges und klagendes Stück, das war eher mein Eindruck. Und die Ostinato-Figur klingt zuweilen, als möchte sie hoch von f-e-es-d zu ges-f-e-es, und schafft es dann doch nicht. Ungefähr wie die Sonne an einem Nebeltag fast sich aufrafft, die Wolken zu zerteilen, und es dann doch sein lässt. Ein bisschen Resignation? Wäre das Stück im Dreiertakt, wäre es fast eine Passcaglia. Und wenn man das weiterdenkt, kommt man auf die Deutung, da läuft einer und erinnert sich an einen Boogie-Woogie seiner Jugend, da er einmal glücklich war, und jetzt ist er es nicht mehr. Wäre das ein passender Titel, „Erinnerung an einen Boogie“?

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    1. Das ist eine interessante Deutung, die für den Hörer durchaus so stehenbleiben könnte. Soweit du mich direkt als Komponist dieser Musik ansprichst, geht viel deiner Wahrnehmung in die Richtung der Intention des Stückes, doch ist es nicht die Erinnerung an einen Boogie der Jugend, an einstiges Glück. Das Musikstück beschreibt insgesamt Depression, daher der Titel „Im Kreis“.
      Vielen Dank für deine Gedanken, und herzliche Grüße an dich!

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  3. Mit „Depression“ meinst du vielleicht diese innere Stimme, die immerfort flüstert: Lass es, es ist doch alles sinnlos, alles vollkommen sinnlos. Das Dämonische an dieser Stimme ist, dass sie immerfort recht zu behalten scheint und dennoch immerfort unrecht hat.Gehorcht man ihr und tut nichts, behält sie recht. Rafft man sich auf und tut dennoch etwas, setzt man sie sofort ins Unrecht.

    Nur so ein Nachgedanke Nachtgedanke, es ist ja auch tief in der Nacht.

    Beste Grüße, Peter von Mundenheim

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  4. Vom ersten Augenblick hat mich deine Musik sehr berührt, ja gepackt. Sie ist tief ergreifend für mich. Am ersten Abend habe ich’s Zuhören und das Anschauen aber abrupt gelassen, weil ich’s in seiner Depression und einer gewissen Unheimlichkeit der Bildsprache nicht mit in den Schlaf nehmen wollte. Es ist für mich wie ein bohrender Schmerz, eine Wehmut, die sich da ausdrückt. Ohne Bilder kann ich das besser ertragen. Ohne Bilder ist die Schönheit des Klangsein Trost. Es geht im 2. Beitrag weiter. 🤔😉🤔

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    1. Liebe Petra,
      ich bin ganz berührt, dass du dir soviel Mühe machst zu meinem Stück, und über deine Worte.
      Dass du es am ersten Abend gelassen hast, kann ich gut verstehen. Bei manchen Sachen handel ich genauso. Bei der Bildsprache war ich auch unsicher, wie sie auf den Zuschauer wirken würde. Es ging ja um eine Symbolik (der Text erklärt sie, und Random war ja zudem auf den Titel der Musik eingegangen), aber das zentrale Motiv ist oft subjektiv verschieden assoziiert. Ich gehe in deinem 2. Kommentar „drüben“ darauf ein.
      An dieser Stelle schon mal von Herzen meinen Dank!

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