Sag’s mit Blumen


Das dritte Stück des kompositorischen Dialogs zwischen Alejandro Mejía Sánchez und mir. Alejandro bat mich, nicht auf sein letztes Stück des Dialogs zu antworten, sondern etwas neues zu sagen.

Wie schon bei Inception hat Alejandro auch hier wieder sein eigenes Tempo (was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass manche Grifffolgen nicht ganz einfach zu spielen sind). Seine Interpretation dauert wiederum ein Drittel länger als für das Stück vorgegeben. Dadurch (und durch ein paar interpretatorische Freiheiten) entsteht ein neuer Charakter, den ich allerdings sehr mag.

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17 Gedanken zu „Sag’s mit Blumen

  1. Ein tolles Projekt, das auch schön zeigt, wie vielgestaltig ein Dialog sein kann. Zunächst diese eher unerwartete Wendung: etwas Neues sagen. Beides hat ja seinen Reiz. Etwas Begonnenes weiterspinnen oder eine neue Klangstruktur weben. Dann auch dieses nicht ganz unwesentliche Detail, dass Alejandro Mejía Sánchez bereits durch die Interpretation deines Stücks eine Antwort gibt. Denn bei der Beziehung zwischen Komponist und Interpret ist es ja ein unschätzbarer Vorteil, wenn ein Dialog möglich ist. Liegt die Schwelle des Todes zwischen den beiden, wird man so etwas wie „…entsteht ein neuer Charakter, den ich allerdings sehr mag“ nie erfahren. Dann haben die „Pharisäer und Schriftgelehrten“ den Notentext, auf dessen peinlichste Beachtung sie pochen, während der Interpret mit einem „der Komponist würde es gemocht haben“ auf verlorenem Posten steht.
    Auf mich wirkt das Klangerlebnis in sich stimmig. Das Klanggedicht, wie es hier rezitiert wird, kennt die Dornen der Rosen, ohne dies aber durch „weh!“ und „ach!“ übermäßig betonen. Und es weiß um die Schönheit der Rose in ihrer Blütezeit, bedauert wohl auch deren Vergänglichkeit, kann aber auch das Schöne an einer Trockenblume erkennen.
    Mit einem klangvollen Sonntagnachmittagsgruß an dich 🐻

    Gefällt 4 Personen

    1. Ganz lieben Dank für diesen schönen Kommentar!
      Interessant, dass du die Pharisäer und Schriftgelehrten anführst. Das ist ein (für mich) sehr gelungener Vergleich, insbesondere im Hinblick auf das Potential eines Dialogs zwischen Komponist und Interpret (ich denke da z.B. an Currentzis umstrittene Interpretation von Mozarts Requiem). Der Text ist „tot“, um dein Wort aufzugreifen, wenn er nicht durch den Einzelnen, sein Erfahren, seine Sicht und Wahrnehmung gelebt wird – auch im Miteinander.
      Die Musik erfasst du wieder einmal sehr feinfühlig. Hier stimmen Alejandro und ich überein, wie in einem verschwiegenen sich Anlächeln.
      Auch dir liebe Grüße zum Sonntagnachmittag 🙂

      Gefällt 4 Personen

      1. Das Schöne ist ja, wenn die ÜbersetzungsApp „grünes Licht“, wenn man mal unter kurzzeitigem Größenwahn stehend, den fremdsprachlichen Text zuerst eintippt und der sogar „richtig“ ist.
        🧐😂

        Gefällt 1 Person

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