Demütiger Dank

Sorry, doch noch mal was sehr persönliches…

Vielleicht kann sich niemand vorstellen, was momentan in mir vorgeht. Was vor knapp zehn Jahren begann und vor zwei Jahren schließlich in jenem Geschehen gipfelte (meine Stammleser wissen ja, worum es geht), hatte mich an den Abgrund gebracht. Zu diesem Zeitpunkt begann ich nach zwei Jahrzehnten Schaffenspause wieder zu komponieren. Es wurde mein Weg, das Ganze zu verarbeiten (so wie auch durch diesen Blog). Was sich daraus entwickelte, beschrieb ich in Das Geschenk. Mein Traum, den ich vor 34 Jahren aufgegeben hatte, hatte sich ganz unerwartet erfüllt. Und in Du hast mir Antwort gegeben hatte ich in diesem Zusammenhang über meinen „Psalm 22 – myein“ geschrieben, und über eine mögliche Aufführung.

„… da der Klang vom Himmel kommt.“
Kaveh Süle zu meinem „Psalm 22 – myein“

Seit diesem Beitrag ist einiges geschehen. Gestern Abend schließlich hatte ich einen längeren Chat mit dem Dirigenten Kaveh Süle. Am 11. November ist es soweit. Mein „Psalm 22 – myein“ wird in der Aram Khachaturyan Concert Hall in Jerewan/Armenien uraufgeführt. Was Kaveh Süle über das Stück schrieb, hat mich sehr aufgewühlt (ich habe letzte Nacht kaum geschlafen). Diejenigen, welche die Entstehung des Werks letztes Jahr begleitet und unterstützt haben – Ariana, Diana, Nati, Petra, Hans und Michael – werden das vielleicht einordnen können. Euch gilt mein besonderer Dank. Ohne euch wäre der Psalm wohl nicht das geworden, was er ist.

Das ist also der Höhepunkt der Erfüllung meines damals aufgegebenen Traumes. Nichts von alledem war geplant, nichts davon war erwartet, und erst recht erwarte ich nicht, dass es so weiter geht. Ich bin einfach nur demütig dankbar. Bei allen noch offenen Baustellen, dafür danke ich dem Leben zutiefst. Anständige Leute überlesen bitte den folgenden Satz:

Unglaublich, wie das Leben aus Scheiße noch etwas Gutes basteln kann.

Doch zunächst muss ich kommenden Montag noch eine gemeinsame Orchesterprobe (via Videochat) überstehen. Das Stück ist nämlich durch die Polyrhythmik in einigen Passagen und insbesondere durch die sehr langen Crescendi und Decrescendi, welche die Textur des Stückes prägen, nicht einfach zu spielen. Ich hatte Kaveh davor gewarnt 😁. Hoffentlich verzapfe ich bei der Probe keinen Mist. Er kennt die Partitur sicher viel besser als ich (ich schließe mit Stücken notentextlich immer ab, sobald sie fertig sind, und muss mich nun erst wieder einarbeiten). Drückt mir die Daumen, dass ich es mir am Ende nicht selbst noch kaputt mache und der Höhepunkt des Traums dann doch unvollendet bliebe.

26 Gedanken zu „Demütiger Dank

  1. Ich freue mich ganz wahnsinnig für dich, Stefan und drücke dir für Montag die Daumen. 🍀
    Da bin ich ja in guter Gesellschaft was das Denken momentan betrifft. 😉
    Mit all den Hintergrundwissen ahne ich doch sehr wie es dir gerade geht.
    Ganz liebe Grüße und eine freudige Umarmung schicke ich dir. 🤗🍀

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      1. Ich hoffe es wieder auf Kavehs Instagramseite live miterleben zu können, so wie Aziz‘ Sinfonie. Ich weiß nicht, ob das jeder kann, der da einen Account hat. Und ich hoffe ein Video vom Konzertmitschnitt zu bekommen, dass ich dann auf meinem Kanal hochladen kann.
        Ja, ein Spaziergang und ein kleines Nickerchen taten gut, danke! 🐾😊

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  2. Lieber Stefan, das ist so schön zu hören und freut mich so sehr für dich. Ich bin mir sicher, du schaffst auch noch die letzte Hürde und drücke dir ganz fest die Daumen.
    Viel Glück dafür und auch weiterhin. 🙂🍀
    Liebe Grüße Ariana

    Gefällt 1 Person

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