Die vergessene Zeit

Es war eine kurze Pause. Aber wertvoll. Endlich ist vor einer Woche auch im nördlichsten Norden des Landes der Sommer angekommen; ich habe Urlaub, konnte mit meinem Hund viel Natur genießen und die Zeit etwas vergessen. Nach Monaten habe ich endlich wieder etwas Kontakt zu mir selbst finden können. In positiver, und weniger positiver Weise.

Die Musik ließ mich nicht ganz in Ruhe. Immerhin konnte ich es anfangs auf vier im Skizzenbuch notierte Akkorde pro Tag herunterzwingen. In einer antiquierten Tonsprache, wie sie manche Komponisten zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende in der Spätromantik an der Schwelle zur frühen Moderne verwendeten. Doch dann brach der Damm und ich arbeitete wieder mehr an der Musik als ich wollte.

Ein Prélude ist daraus entstanden. Und eine kleine (ja, auch sehr persönliche) Geschichte.

12 Gedanken zu „Die vergessene Zeit

  1. Dieses Prélude hat auf mich eine sehr frühlingshafte Ausstrahlung. Aufbruch und Erblühen. Zwischendurch wohl eine Erinnerung daran, dass der Winter nicht fern ist und sich immer mal wieder kraftvoll aufbäumt. So wirkt denn auch der Schluss fragezeichenreich – eine Unsicherheit, ob nicht das, was hier lebensfreudig keimt und aufblüht, alsbald des Frostes Beute sein werde…

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    1. Das überrascht mich, lieber Random. Für mich wäre es eher Nocturne III. Doch das sehe ich positiv, erkennst du doch oft mehr als ich. Winter und des Frostes Beute sind der Nächte Schicksal, aber den Frühling, den du wahrnimmst, will ich nur zu gerne darin suchen. Ich danke dir von Herzen!

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      1. Das ist interessant. Denn ein Nachtstück ist es für mich entschieden nicht. Selbst dann nicht, wenn man an eine unruhige Nacht der wüsten Traumgesichte dächte. Aber diese Mischung zwischen unverwüstlichen Leberblümchen, für die der Frühling schon ein Faktum ist und den alten Laubbäumen, die mit der Wiederbelaubung wohlweislich noch zögern – das spricht für mich deutlich aus diesen Klängen. Einzig dieses Innehalten am Schluss könnte ich auch nocturnehaft auffassen. Wobei es eben ein Prélude ist und der Schluss somit auch kein Ende. 😉

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      2. Mein lieber Freund, das ist gut, sehr gut. Sommerabendlich mit Kerze und einem Glas Rotwein aus dem Nähkastchen geplaudert (mein Ruf ist eh dahin): Wenn der Kontakt zu sich selbst nur lose ist, hört man gerne auf einfühlende Menschen. Sie sind selten genug. Ich vertraue dir, und auf deine Wahrnehmung. Von Herzen meinen Dank.

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