Das enumerative Vergessen


Ukraine-Krieg. Atomkriegsgefahr. Weizenkrise. Hungerkrise. Klimakrise. Artensterben. Plastikvermüllung. Energiekrise. Umweltverschmutzung. Inflation. Pflegenotstand. Flüchtlingskrise. Coronakrise. Wirtschaftskrise. Supply-Chain-Krise. Finanzkrise. Gesellschaftskrise. Rohstoffkrise. Demokratiekrise. Moralkrise. Armutskrise. Verkehrskrise. Wasserkrise. Was vergessen? Gedächtniskrise.

25 Gedanken zu „Das enumerative Vergessen

    1. Ja, solche Menschen gibt es zweifelsohne. Und für den Einzelnen ist das ein Trost. Doch sie werden das Steuer nicht mehr herumreißen.
      Ich habe die positiven Analysen des vielleicht letzten fundiert Hoffenden (Harari) gelesen. Aber ich sehe auch, was in der anderen Waagschale ist. Spätestens seit meinem „Gedicht für morgen“ ist deutlich, dass ich das Experiment Mensch als zum Scheitern verurteilt ansehe. Ob nächsten Monat ( https://www.spektrum.de/news/russlands-angriffskrieg-taktische-atomwaffen-bedrohen-den-weltfrieden/2036104 ) oder in 1000 Jahren. Es ist der Evolution nicht gelungen, das Herz der Menschen in gleicher Weise zu entwickeln wie ihren Verstand. Jedenfalls insgesamt betrachtet.
      Ich danke dir und schicke dir liebe Grüße! 🙂🐾🍀

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      1. Was wären wir ohne die Hoffnung Stefan?
        Wäre sie nicht in mir, neben des positiven Denkens, gäbe es mich schon lange nicht mehr.
        Ich schicke dir ein wenig positive Energie.
        Liebe sonnige Grüße zu dir 🙂🐾🍀

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      2. Du lässt dich vom Weltschmerz überrennen.
        Man kann aber nicht alles auf der eigenen Schulter tragen Stefan.
        Es erdrückt einen nur.
        Schau auf Haily und ihre Sorglosigkeit, in solchen Momenten. 🐾🍀❤

        Ich genieße gerade die frische Brise, bevor die Hitzewelle hier anrollt.

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      3. Ich frage mich gerade, wohin die KI moralisch, ethisch steuert. Vllt wird sie eine vergleichbare Entwicklung nehmen: Überlebenspragmatismus vs. Liebe. Und sie wurd den Menschen evtl. austricksen und überwinden, überleben – vielleicht. Rosige Zukunft. Ich möchte nicht mit meinen Enkelkindern tauschen.

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  1. Der erste Teil erweckt in mir Bilder eines grotesken Karussells. Es scheint sich zu drehen, bis das Getriebe birst. Da kommt mir auch der Spruch „Money makes the world go round“ in den Sinn. Denn die Welt, die sich vom Geld betrieben (oder getrieben) dreht, scheint mir auch ein groteskes Karussell zu sein. Nachdem das Getriebe glücklich (?) geborsten ist, macht sich Trauer breit. Man könnte das für eine (ver)späte(te) Einsicht halten, die aber eindeutig nur von wenigen geteilt wird. Ganz im Gegensatz zum ersten Teil, bei dem alle mitgemacht haben. Alle? Eben „alle“ im landläufigen Sinn, was ja dann eben nie wirklich alle sind. 😉 Sehr vielsagend: wenn ich das richtig mitbekommen habe, spielt nämlich die Celesta im ersten Teil nicht mit. Ausgerechnet. Die „Himmlische.“ Ob man „himmlisch“ nun im religiösen Sinne oder eher als ein „im besten Fall Menschenmögliches“ betrachten will, spielt dabei eine untergeordnete Rolle.
    Herzliche Grüße zum erfreulichen Tag/Abend 🐻

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    1. Wow, was für eine grandiose Elaboration des Zusammenhangs von Beitrag und Musik! Wobei ich offen gestehen muss, dass solch detaillierte Gedanken mich nicht bei der Auswahl der Musik leiteten. Die Musik wurde ja nicht für diesen Beitrag geschrieben; die Sinfonie ist (für meine Verhältnisse) schon etwas älter. Es war zunächst eine Intuition, der Schlussteil der Sinfonie fiel mir nach dem Schreiben des Eingangstextes ein. Dann der konkretere Gedanke, dass das grotesk-chaotisch-hektisch-Getriebene des (hier) Anfangs (in der Sinfonie erst später) und dann der eigentliche Abgesang gut dazu passen würden. Also erstellte ich den Auszug. Deine Deutung macht eine konkrete Sache daraus.
      Die Celesta spielt sehr früh in der Sinfonie eine wichtige Rolle (in einer Orchestrierung immer gefährlich). Anfangs in ähnlichen Einwürfen wie im Schlussteil, zu dem chorisch (!) sich bildenden Akkord, der – öfters variiert – eine wichtige Rolle in der Sinfonie bildet, dann „maschinenhaft“ oder „uhrwerkmäßig“. Dein Gedanke vom „Getriebe“, also das Maschinenhafte, taucht in der Sinfonie immer wieder auf, z.B. kurz danach in der Klarinette (zusammen mit der Celesta). So bildet dein Kommentar einen Schlüssel dazu, dass ich meine Sinfonie nun selbst etwas besser verstehe (seltsam, oder?). Lieber Random, ich bin begeistert. Ganz lieben Dank, und dir liebe Grüße zur Nacht! 🙂

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      1. Hab‘ ganz lieben Dank für deine ausführliche und erfreuliche Antwort auf meinen Kommentar. 🙂
        Das ist auch etwas, was den Austausch auf so einer Plattform spannend macht. Da du die Musik als Ganzes kennst, kann ja eigentlich nur jemand von außen sich auf genau das beziehen, was hier an Text und Musik vorhanden ist. D. h. für mich ist die Musik hier ein Ganzes, während du sie naturgemäß als Teil betrachtest, was sie ja im Kontext der Sinfonie auch ist.
        Hier wird es, wie ich finde, auch mit Blick auf das „Getriebe“ interessant. Denn das mechanische Getriebe ahmt das wirkliche Leben dahingehend nach, als seine Teile miteinander verbunden sind. Anders als im mechanischen Getriebe ist aber im wirklichen Leben jedes Teil mit jedem verbunden und trägt wohl auch in sich sozusagen einen „Keim“ des Ganzen. Vor diesem Hintergrund ist es durchaus nachvollziehbar, dass etwas über einen Teil der Sinfonie Gesagtes auch andere Teile bzw. die Sinfonie als Ganzes beleuchtet.

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      2. Ein fast schon holistisches Denken – ganz nach meinem Geschmack! Ja, jedes Teil ist mit allem verbunden, bleibt im Ganzen doch sich selbst erhalten, ist ein Ganzes, bildet mit anderen Teilen ein Ganzes, und dieses Ganze ist immer mehr als die Summe seiner Teile. Das ist Musik, und das ist der Kosmos. Als Leser/Hörer siehst du, lieber Random, nur einen Teil und deutest doch auf das Ganze, erkennst die Emergenz intuitiv, ohne sie eigentlich zu kennen. Das ist, was die Welt bräuchte. Das ist die Fantasie, von der der Eingangstext spricht. Diesmal nehme ich nicht meinen Hut, nein, ich ziehe ihn. Von ganzem Herzen Danke!

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      3. Lieben Dank. 🙂
        Letztlich ist es ja auch diese „kosmische Dimension,“ die bewirkt, dass Musik mehr ist als ein klingendes Räderwerk. Deshalb halte ich es auch für essentiell, dass beim kreativen Schaffen das technische Rüstzeug da zum Einsatz kommt, wo es hilfreich ist und diskret in den Hintergrund tritt, wo das eigentliche Wesen des Werks sich entfalten möchte. Sonst gibt es die etwas suboptimale Situation, dass jemand ein künstliches Flussbett anlegen möchte, bei dem am Ende vor lauter Bett kein Raum mehr ist für den Fluss. 😉
        Einen friedensreichen und zaubererfüllten Sonntag wünsche ich dir 🐻

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      4. Das ist wieder ein wunderbares Sprachbild für etwas, was mich beim Hören von Musik manchmal stört, verstört oder auch: begeistert – wenn z.B. die Gewalt des Flusses über die Ufer schießt und das Flussbett ignoriert.
        Herzlichen Dank, und einen ebenso wunderbaren Sonntag wünsche auch ich dir! 🙂

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  2. Lieber Stefan, leider sehe ich es wie du und es erschüttert mich täglich mehr. Ich möchte mich jetzt hier nicht weiter dazu auslassen, aber in mir brodelt es mächtig. In letzter Zeit habe ich mich öfters dabei ertappt, wie ich sage: in so einer Welt möchte ich nicht leben….

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    1. Liebe Ariana,
      deine Worte erschrecken mich, aber sie kommen nicht ohne Verständnis bei mir an. Wir sind ohnmächtig, schauen ohnmächtig zu, wie untergeht, was wir doch eigentlich lieben, dessen Teil wir sind. Das lässt verzweifeln. Auch in mir brodelt es gewaltig. Ich versuche immer wieder Momente zu erhaschen, die vom Glück umfangen sind. Denn das Jetzt hat die gleiche Bedeutung wie die Zukunft. (Ich weiß, das hinkt …). Vielleicht tust du das auch. Ich wünsche dir von Herzen, dass es gelingt.
      Ganz ganz liebe Grüße an dich, liebe Ariana.

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