Ein Weihnachtsgedicht

Skulptur „Erhebe dich“ (Stefan Kraus, 1990er Jahre)

Kalt war es in jenen Tagen,
als der Rabe buntes Gefieder trug.
Eisiger Wind nicht zu ertragen,
weiß bedeckt des Grünens Betrug
tief im Schnee Worte versanken,
erforen im Eis letzte Gedanken.

Kalt war es in jenen Tagen,
als der Paradiesvogel sein schwarzes Gefieder anlegte.
Als hätte er etwas zu sagen,
wenn der Sturm jedes Wort wegfegte.
Es verstummte, worauf er sann,
dann drehte ich die Heizung an.




***

16 Gedanken zu „Ein Weihnachtsgedicht

  1. Warm wurde es in jenen Tagen,
    er holte sein buntes Gefieder hervor.
    Lang hatte er es nicht getragen,
    aber heute wollte er es wagen.
    Schon erklang sein erster Ton,
    voll Freude flog er auf und davon.

    Eine kleine Inspiration zu deinem Gedicht.
    Liebe Grüße zu dir Stefan. 🙂

    Gefällt 3 Personen

      1. Du ahnst ja nicht wo die überall hinfliegen.
        Wirklich unglaublich. Grins… 😉

        Weihnachten in der Karibik hätte was.
        Palmen mit Weihnachtskugeln, Cocktails auf dem Gabentisch, ….
        Hach, meine Fantasie…🙈😂

        Ich danke dir, hab es schön heute. 🐶🍀

        Gefällt 1 Person

  2. Ob Du, Rabe, buntes Gefieder trägst, oder Du, Paradiesvogel, schwarzes anlegst: besser wärt ihr beraten, euch zu erheben mit eurem Gefieder, sei es bunt, sei es schwarz…
    Das Gefieder ist da, die Kraft, das Vermögen…
    Es fehlt der Entschluss: dreht die Heizung an!
    LG Michael

    Gefällt 2 Personen

    1. Ich freue mich, dass du den Zusammenhang zwischen der Skulptur und dem Gedicht erkannt hast! Danke! Ja, alles da …

      Interessanterweise fiel mir beim Nachdenken über deinen Kommentar eine Stelle aus dem großartigen Roman „Kunststücke“ von Rolando Villazón ein, den ich gerade lese. „Unsere Flügel stören da unten [im Ozean, „den wir Leben nennen“] bloß, und unser einziges Ziel ist es, an die Oberfläche zu gelangen.“ sagt der Clown Macolieta, eine Metapher ausführend. Und sein Freund Claudio, der Philosoph, antwortet: „Deine Engel würden, sobald sie an die Oberfläche kämen, ein Festmahl für fliegende Würmer. Denn was sie ihre Flügel nennen, sind in Wirklichkeit nur ganz ordentliche Flossen. Sie täten besser daran, ihr Glück als Schwimmer zu versuchen und ihre Wolkenträume den Vögeln zu überlassen. Gib mir doch mal das Ketchup, bitte.“

      Ich danke dir, und liebe Grüße an dich!

      Gefällt 2 Personen

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